Zum Inhalt springen
Prof. Dr. Werner Theobald

Prof. Dr. Werner Theobald


Vita

Werner Theobald studierte Philosophie, Psychologie, Sozial­wissen­schaften und Theologie in Kiel und Münster. Nach der Promotion 1994 in Philosophie an der Universität Kiel und der Habilitation 2002 für Philosophie an der Universität Karlsruhe war er von 2004 bis 2012 Privatdozent am Zentrum für Ethik der Universität Kiel, wo er schwerpunktmäßig Medizinethik lehrte und das er von 2008 bis 2012 wissenschaftlich leitete. 2012 wurde er zum Außerplanmäßigen Professor ernannt und führte bis 2014 die Geschäfte des Gustav-Radbruch-Netzwerks für Philosophie und Ethik der Umwelt. Anschließend lehrte er als Professor für Ethik in den Lebenswissenschaften an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel.

Im Sommer 2024 endete seine Lehrtätigkeit an der Universität Kiel. Seither ist er Visiting Fellow am Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Präsident des Global Applied Ethics Institute, dessen Vorstand er seit 2016 angehörte.

Seit 2024Visiting Fellow am Zentrum für Ethik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Präsident des Global Applied Ethics Institute
2012–2024Professor für Ethik in den Lebenswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
2012–2014Geschäftsführer des Gustav-Radbruch-Netzwerks für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
2008–2012Wissenschaftliche Leitung des Zentrums für Ethik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
2004–2012Privatdozent am Zentrum für Ethik und Lehrbeauftragter an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
2003Habilitation in Philosophie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
1999–2004Guest Lecturer am Ökologie Zentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
1996–1999Postdoktorand, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
1994Promotion in Philosophie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Forschungsprofil

Nach einer philosophiehistorischen Dissertation über ein erkenntnis- und wissenschaftstheoretisches Grundproblem (↗ Hypolepsis. Mythische Spuren bei Aristoteles) wandte Theobald sich ethischen Fragestellungen zu. Leitend war für ihn die in interdisziplinären Diskursen seiner Postdoc-Zeit gewonnene und sozialpsychologisch informierte Einsicht der Diskrepanz zwischen moralischen Einstellungen und faktischem Verhalten, was seiner Forschung eine praxisbezogene, angewandt-ethische Ausrichtung gab. Dies dokumentierte als erstes seine 2003 als Buch erschienene Habilitationsschrift ↗ Mythos Natur. Die geistigen Grundlagen der Umweltbewegung (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt). Nach zahlreichen Publikationen zu medizin-, umwelt- und wirtschaftsethischen Einzelproblemen sowie Herausgeberschaften zu den wichtigsten Bereichsethiken legte er mit ↗ Ohne Gott? Glaube und Moral 2008 eine fundamentalethische Studie vor, die modernitätskritisch angelegt war. Das Thema „moralische Haltungen“ rückte damit in den Mittelpunkt und führte Theobald durch die Zusammenarbeit mit ↗ Gerald Hüther, der eine neurobiologische Haltungstheorie vertrat, zu einem ethischen Lösungsansatz der Einstellungs-Verhaltens-Diskrepanz (↗ Eine Frage der Haltung! Ethik zwischen Neurowissenschaften und Philosophie (mit Gerald Hüther), 2016). Die Beschäftigung mit Neurobiologie sensibilisierte ihn auch für das Phänomen „Trauma“, dem er, nach längerer Zusammenarbeit mit dem Mitbegründer der Psychotraumatologie, ↗ Günter H. Seidler, sein bisher letztes Werk widmete (↗ Das verletzbare Selbst. Trauma und Ethik. Psychosozial-Verlag, Gießen 2020).

Eine vollständige Liste der ca. 100 Fachpublikationen Theobalds findet sich in ↗ ResearchGate.


Kontakt

Prof. Dr. Werner Theobald
Ethik in den Wissenschaften
Departement of Ethics in Sciences
Friedrich-Schiller-Universität
Carl-Zeiss-Platz 16
D-07743 Jena
Email: werner.theobald@uni-jena.de